Ein Leben mit der Dialyse

Frank, Bewohner der Wohnstätte Haus der Lebenshilfe in Hagen, hat schon seit seiner Kindheit eine Nierenfunktionsstörung.

Zwei Tage vor der Ferienfreizeit in diesem April waren die Blutwerte von Frank so schlecht, dass er zu seiner ersten Dialyse ins Krankenhaus musste. Die Ferienfreizeit wollte er aber auf keinen Fall verpassen. Glücklicherweise gab es in Cuxhaven auch ein Dialysezentrum, sodass er mitfahren konnte. Wenn Frank zur Dialyse muss, dann ist er für sechs Stunden unterwegs. Alleine die Zeit an der Maschine beträgt 3-4 Stunden, in denen Frank in einem Krankenbett auf der Dialysestation liegen muss.

Frank geht jetzt drei Mal in der Woche ins Dialysezentrum nach Hagen. Er wird immer mit einem Taxi abgeholt und von einem Betreuer begleitet. Im Krankenhaus kennen ihn schon alle und begrüßen ihn freundlich. Frank kennt die Abläufe und lässt sich bereitwillig darauf ein. Wenn Frank erstmal an der Maschine angeschlossen ist, ist Zeit für ein wenig Entspannung. Er kann Fernsehen oder auch malen.

Im Dialysezentrum sind alle ganz nett zu ihm. Er darf sich Brötchen mit Käse, Wurst oder Marmelade wünschen. Manchmal gibt es auch Berliner. Ein Betreuer sitzt neben Frank und kann helfen, wenn sein Arm nicht richtig liegt, oder das Bett verstellt werden soll.

Zum Ende hin wird Frank schon mal ungeduldig – was auch verständlich ist. Frank hat aber immer einen Betreuer an seiner Seite, der ihn aufzumuntern weiß. Das Taxi bringt ihn und den Betreuer wieder zur Wohnstätte. Manchmal muss er auch warten bis das Taxi kommt, Zeit genug, um ein Eis zu essen.

Seitdem Frank regelmäßig zur  Dialyse fährt ist eine besondere Diät zu beachten, die strikt eingehalten werden muss, da sonst langfristig seine Gesundheit gefährdet ist. Leider sind in dieser Diät überwiegend Nahrungsmittel tabu die Frank gerne isst, wie z.B. Schokolade.

In seiner Freizeit malt Frank gerne oder er hört seine Lieblings- CD “Heidi”. Spaziergänge mag er auch gerne. Da eine Tätigkeit in der Werkstatt aufgrund seiner Weglauftendenz und der Dialyse nicht mehr möglich war, wird Frank tagsüber in der Wohnstätte betreut und bei all seinen  Aktivitäten eng begleitet.

Am liebsten geht Frank zur Reittherapie auf den “Hof Wengeberg” in Breckerfeld.

Das Reiten und der Umgang mit dem Pferd machen ihm großen  Spaß. Sich vom Pferd tragen zu lassen ist stets ein Höhepunkt der ihn Stolz macht und sein Selbstwertgefühl steigert.

Durch seine Krankheit kann Frank nicht mehr zur Arbeit gehen und bekommt nun weniger Geld. Deshalb bezahlt die Stiftung Lebenshilfe die Reittherapie. Auch die Kollegen vom FUD helfen mit und begleiten Frank zeitweise zur Dialyse. Ganz viele Menschen helfen mit, damit es Frank trotz seiner Krankheit gut geht. In der Wohnstätte freuen sich alle Bewohner und Mitarbeiter über die Unterstützung, nur so ist es möglich, dass Frank weiter in der Wohnstätte gut leben kann.